Das Karlsruher KiFaZ Halima entwickelt sich zum KiFaZ weiter. Wir haben mit der Leiterin Mirela Dedaji gesprochen: Was hat sich verändert? Wie hat sie das Förderprogramm unterstützt? Und wie haben auch die Kinder von dem Prozess profitiert?

Das KiFaZ „Halima unabhängiger Kindergarten von Muslimen e.V.“ in Karlsruhe hat in den 1990er Jahren mal klein angefangen – als Elterninitiative mit nur einer Kindergruppe. 2016 ist die Einrichtung umgezogen. Nun werden hier ca. 70 Kinder zwischen einem und sechs Jahren betreut.

Zusammenarbeit mit Eltern und Beteiligung

Beim Umzug arbeitete das Team eng mit den Eltern zusammen: Ein Vater, Architekt, unterstützte die Planung der neuen Räume, über Farbkonzepte und Materialien wurde gemeinsam entschieden, und beim Umzug selbst packten alle mit an.

Die Zusammenarbeit mit Eltern und deren Beteiligung sind seit jeher ein zentraler Bestandteil des Einrichtungskonzepts. Das Team begleitet und unterstützt Familien etwa bei Behördengängen. Zudem bringen sich Eltern aktiv ein, etwa durch mehrsprachige Vorleserunden oder beim gemeinsamen Anbau von Kräutern und Gemüse mit den Kindern.

„Als wir vom KiFaZ-Programm erfahren haben, haben wir die Chance genutzt“, erzählt Mirela Dedaji, Leitung Halima, um ihre Ansätze weiterzuentwickeln und zu professionalisieren. Auch dabei erhielt das KiFaZ Halima Unterstützung aus der Elternschaft: Eine Mutter, die Sprechstunden für andere Eltern anbietet, um beispielsweise bei Anträgen zu helfen, übernahm die Bewerbung.

Beratung, Seminare und finanzielle Unterstützung

Auf dem Weg zum KiFaZ arbeitet die Elterninitiative eng mit ihrer Referentin Frau Ludwig zusammen, nimmt Beratungen in Anspruch und organisiert Teamtage zu verschiedenen Themen. „Das war toll. Vieles weiß man theoretisch, aber es noch einmal konkret zu besprechen und in kleine Schritte zu übersetzen, hilft sehr“, betont Mirela Dedaji.

So setzte sich das Team unter anderem mit Themen wie dem „diagnostischen Blick“ auseinander: Wie schaffen wir einen geschützten, angenehmen Raum für Familien? Wie sprechen wir sensible Themen gezielt an? Und wie gestalten wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit? Gerade nach der Corona-Zeit war das besonders hilfreich, erzählt Mirela Dedaji.

Um Familien gut unterstützen zu können, muss es auch dem Team gut gehen. Deshalb holten sich die Mitarbeitenden auch Anregungen für ihren Arbeitsalltag: Wie finde ich nach einem anstrengenden Tag Erholung? Wie lassen sich kurze Pausen integrieren – auch bei Personalmangel? „Manchmal hilft es schon, sich zehn Minuten nur aufs Atmen zu konzentrieren – Frau Ludwig hatte da wirklich gute Tipps für uns“, freut sich Mirela Dedaji.

Eine Bereicherung für alle

Unterdessen führen Mirela Dedaji und ihr Team regelmäßig Umfragen unter den Eltern durch: Welche Themen interessieren euch? Welche Bedarfe habt ihr? Werden manche Angebote vielleicht nicht mehr benötigt? Auf dieser Basis werden dann Angebote entwickelt, umgesetzt und weitergeführt.

Ein Beispiel ist der Deutschkurs: Auf Wunsch der Eltern und aus eigenen Erfahrungen heraus konzipierte das Team einen Kurs mit zehn festen Terminen, um die Verbindlichkeit zu erhöhen. Teilnehmen konnten nicht nur KiFaZ-Eltern, sondern auch Eltern aus der kooperierenden Grundschule. Der Kurs wurde dreimal wiederholt, bis die Bedarfsabfrage zeigte, dass er nicht mehr benötigt wird.

Auch die monatlichen Elternabende wurden weiterentwickelt und in Eltern-Kind-Frühstücke umgewandelt – eine Win-Win-Situation für alle. Die Kinder freuen sich, ihre Eltern in der Einrichtung zu erleben, und sind stolz darauf. Nach dem gemeinsamen Frühstück haben die Eltern Zeit für den Austausch oder können Bildungsangebote mit externen Referierenden wahrnehmen, während die Kinder spielen.

„Jeder Kindergarten sollte ja sowieso familienunterstützend arbeiten“, sagt Mirela Dedaji und sieht deshalb die Weiterentwicklung zum KiFaZ als Bereicherung für alle – Team und Familien.

Der Außenbereich des KiFaZ Halima - mit Holzhäuschen, Sandkasten und viel Grün.

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