Am 22. April kamen 25 Leitungen und Koordinierende in Karlsruhe zum KiFaZ-Netzwerktreffen zusammen. Referentin Pine Mayer zeigte, wie Veränderung dialogisch und ressourcenorientiert begleitet werden kann – und warum Widerstand kein Problem, sondern ein wichtiger Hinweis ist.

Am 22. April 2026 fand im Bürgerzentrum Südwerk in Karlsruhe das Netzwerktreffen der Leitungen und Koordinierenden der Kinder- und Familienzentren statt. Pine Mayer, Systemische Coach & Supervisorin, führte durch den Tag. Ziel des Treffens war es, Veränderungsprozesse im Rahmen der Weiterentwicklung zum KiFaZ nicht „durchzusetzen“, sondern gestaltend, dialogisch und ressourcenorientiert zu begleiten.

Dynamiken und Veränderungen in pädagogischen Teams

Im Mittelpunkt standen die Dynamiken von Veränderung in pädagogischen Teams sowie die Reflexion der eigenen Rolle als Leitung bzw. Koordination. Bereits zu Beginn benannten die Teilnehmenden zentrale Herausforderungen, die viele KiFaZe aktuell beschäftigen, insbesondere Unklarheiten über Rollen, Strukturen und Prioritäten.

„Ich war die Koordination und wusste lange nicht so richtig, was ich eigentlich koordinieren sollte“, erzählte eine Teilnehmerin. „Wir haben uns mit vielen Angeboten verzettelt und fokussieren uns jetzt auf zwei bis drei zentrale Themen“, berichtet eine andere.

Verständnis als wertvolles Signal

Ein zentrales Leitmotiv des Tages war: „Widerstand ist kein Gegen etwas, sondern ein Hinweis auf das, was Menschen im Wandel brauchen.“ Leitungen sollten Mitarbeitenden deshalb Verständnis entgegenbringen und Widerstand als Ausdruck von Schutz, Zugehörigkeit und dem Bedürfnis nach Orientierung verstehen. Eine Erkenntnis, die die Teilnehmenden in einem Impuls zur Krisendynamik und mittels praxisnaher Reflexionsfragen vertieften.

Mit der Methode der „Landkarte des Wandels“ erlebten die Teilnehmenden außerdem typische Veränderungsräume („Alles läuft gut – warum verändern?“, „Irgendetwas passt nicht mehr“, „Es ist unklar, chaotisch, anstrengend“, „Neue Orientierung entsteht“) in einer Aufstellung im Raum. In Kleingruppen wurden Gefühle, typische Aussagen und die jeweils daraus entstehenden Führungsaufgaben reflektiert.

Veränderungsräume in Schuhkartons

Am Nachmittag gestalteten die Teilnehmenden vier Veränderungsräume mit Schuhkartons. In Gruppen erarbeiteten sie modellhaft, was Menschen in den jeweiligen Phasen von Veränderung brauchen und welche Anforderungen sich daraus für Leitung und Koordination ergeben.

Die handlungsorientierte Methode förderte Austausch, Perspektivwechsel und schnelle Gruppendynamik. „Beim Tun hat sich unser Fokus verändert – vom Aufschreiben hin zum Inspirieren-Lassen“, freute sich eine Teilnehmerin.

Fokus auf den Mehrwert für Kinder und Familien

Besonders gefreut haben wir uns über die Teilnahme von Clarissa Casar, Referentin im Ministerium für Kultus in Baden Württemberg. Ihr Beitrag auf der Metaebene verdeutlichte Parallelen zwischen Veränderungsprozessen im KiFaZ und strukturellen Veränderungsprozessen auf Verwaltungsebene. Dabei unterstrich sie die Bedeutung von Klarheit, Fokus auf den Mehrwert für Kinder und Familien sowie der Nutzung vorhandener Handlungsspielräume.

In der Abschlussphase formulierten die Teilnehmenden ihre wichtigsten Erkenntnisse, konkrete Vorhaben für die kommenden Wochen sowie mögliche Herausforderungen bei der Umsetzung. Das Netzwerktreffen stärkte die Handlungssicherheit, Selbstwirksamkeit und Vernetzung der Teilnehmenden und lieferte praxisnahe Impulse für die Gestaltung von Veränderungen im KiFaZ.

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