
Wer das KiFaZ NordWest in Karlsruhe besucht, spürt schnell: Das Familienzentrum ist fest im Stadtteil verankert. Selina Schuster, Leitung des KiFaZ NordWest, betont die Bedeutung dieser Ausrichtung: Offenheit, Begegnung und Austausch stehen im Mittelpunkt – und das nicht nur in den eigenen Räumen, sondern im gesamten Quartier.
Das KiFaZ versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Familien und arbeitet konsequent sozialraumorientiert. Dabei setzt das Team auf eine enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren im Stadtteil – darunter Kitas, kirchliche Einrichtungen, Vereine, Stadtteilkoordination, Quartiersmanagement und kommunale Gremien. Diese breite Vernetzung ermöglicht es, Bedarfe frühzeitig wahrzunehmen und Angebote gezielt zu entwickeln.
Öffentlichkeitsarbeit zum Anfassen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der aktiven, aufsuchenden Familienarbeit. Statt darauf zu warten, dass die Familien den Weg ins KiFaZ finden, geht das Team bewusst nach draußen. Die Angebote richten sich dabei primär an die Familien des KiFaZes, aber in einem anderen räumlichen Kontext, wie z.B. auf Spielplätzen oder bei Veranstaltungen im Stadtteil. Mit dabei ist häufig ein Lastenanhänger, ausgestattet mit Getränken, kleinen Snacks und Informationsmaterialien.
So entstehen niedrigschwellige Gespräche – oft ganz nebenbei. Die Familien lernen das KiFaZ noch näher kennen, stellen Fragen und kommen miteinander ins Gespräch. Diese Form der direkten Ansprache macht Angebote sichtbar und trägt dazu bei, Vertrauen aufzubauen.
Der Rahmen außerhalb klassischer institutioneller Formate (wie Elternabenden oder Entwicklungsgesprächen) ermöglicht es, Beziehungsarbeit ungezwungen zu stärken und Familien, die zur KiFaZ-Einrichtung gehören anders anzusprechen.
Vielfältige Angebote für Familien
Auf Grundlage der engen Vernetzung und der direkten Rückmeldungen aus dem Stadtteil entwickelt das KiFaZ NordWest ein breites Angebotsspektrum. Dazu gehören unter anderem Elterncafés, Bewegungs und Begegnungsangebote, Formate für Mütter, Väter und Familien sowie Ferienaktivitäten (bspw.: Vater-Kind-Ausflüge, Mama-fit, Miteinander durchs Kleinkindalter).
Ergänzend dazu schafft das KiFaZ praktische Unterstützungsangebote, wie etwa die Möglichkeit, ein Lastenrad kostenfrei auszuleihen.Ziel ist es, KiFaZ-Familien unkompliziert zu erreichen, Begegnung zu ermöglichen und Unterstützungsangebote niedrigschwellig zugänglich zu machen.
Sichtbarkeit braucht Beziehung
Im Austausch mit Selina Schuster wurde deutlich: Öffentlichkeitsarbeit im KiFaZ NordWest bedeutet weit mehr als Information – sie ist aktive Beziehungsarbeit im Sozialraum. Der persönliche Kontakt, die Präsenz vor Ort und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnerinnen- und partnern sind zentrale Erfolgsfaktoren.
Der Praxisbesuch zeigte eindrücklich, wie wirkungsvoll diese Herangehensweise ist: Das KiFaZ ist im Stadtteil bekannt, wird als Ansprechpartner wahrgenommen und erreicht seine Familien auf verschiedenen Wegen.
